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Bildungspolitiker Rainer Balzer widerspricht Schülerkritik an verbindlicher Grundschulempfehlung

Der bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Dr. Rainer Balzer, hat die Kritik der Schülerinnen und Schüler an den Plänen für eine verbindlichere Grundschulempfehlung zurückgewiesen. In einer Mitteilung betont er, dass die Abschaffung der Grundschulempfehlung zu einer drastischen Verringerung der Bildungsgerechtigkeit geführt habe. Kinder hätten so Schularten besucht, für die sie aufgrund ihrer Fähigkeiten nicht geeignet seien. Balzer sieht negative Auswirkungen, wenn Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten gemeinsam in einer Klasse lernen. Weder die überforderten noch die unterforderten Schülerinnen und Schüler könnten von dieser Situation profitieren. Er verweist in diesem Zusammenhang auf Artikel 11 der Landesverfassung. Balzer freut sich zudem, dass der sogenannte „Bildungsgipfel“ die Programmatik der AfD umsetze.

In Baden-Württemberg gibt es bereits seit einigen Jahren eine Diskussion um die verbindlichere Grundschulempfehlung. Die Empfehlungen der Grundschullehrerinnen und -lehrer waren zuvor nicht bindend, sodass Eltern ihre Kinder auch gegen die Empfehlung auf eine höhere Schulart schicken konnten. Im Jahr 2012 wurde aufgrund dieser Praxis die Empfehlung für Gymnasialbesuche auf der Basis der schriftlichen Noten eingeführt, während die übrigen Schularten weiterhin eine verbale Empfehlung erhielten. Im Jahr 2019 gab es dann eine Änderung des Schulgesetzes, die die verbindlichere Grundschulempfehlung für alle Schularten vorsieht. Diese Reform soll ab dem Schuljahr 2022/2023 umgesetzt werden.

Die Vorstellung eines gemeinsamen Lernens unterschiedlich begabter Schülerinnen und Schüler in einer Klasse geht auf pädagogische Konzepte wie die Inklusion zurück. Dabei wird angestrebt, allen Kindern unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten und Voraussetzungen die Teilnahme am Regelunterricht zu ermöglichen. Kritiker argumentieren jedoch, dass dies zu Überforderung oder Unterforderung einzelner Schülerinnen und Schüler führen und somit dem Bildungsziel nicht gerecht werden könne.

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In der folgenden Tabelle sind die verschiedenen Schularten in Baden-Württemberg sowie die bisherige und die geplante Regelung für die Grundschulempfehlung aufgeführt:

Schulart Bisherige Regelung Geplante Regelung
Gymnasium Schriftliche Empfehlung Schriftliche Empfehlung
Realschule Verbale Empfehlung Verbindliche Empfehlung
Werkrealschule Verbale Empfehlung Verbindliche Empfehlung
Hauptschule Verbale Empfehlung Verbindliche Empfehlung
Gemeinschaftsschule Verbale Empfehlung Verbindliche Empfehlung

Es bleibt abzuwarten, wie die weitere Debatte über die Grundschulempfehlung in Baden-Württemberg verlaufen wird und ob sich weitere politische Entscheidungen oder Änderungen ergeben werden. Die Stellungnahme von Dr. Rainer Balzer zeigt jedoch, dass es weiterhin unterschiedliche Positionen zu diesem Thema gibt.



Quelle: AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg / ots

Sophie Müller

Sophie Müller ist eine gebürtige Stuttgarterin und erfahrene Journalistin mit Schwerpunkt Wirtschaft. Sie absolvierte ihr Studium der Journalistik und Betriebswirtschaft an der Universität Stuttgart und hat seitdem für mehrere renommierte Medienhäuser gearbeitet. Sophie ist Mitglied in der Deutschen Fachjournalisten-Assoziation und wurde für ihre eingehende Recherche und klare Sprache mehrmals ausgezeichnet. Ihre Artikel decken ein breites Spektrum an Themen ab, von der lokalen Wirtschaftsentwicklung bis hin zu globalen Finanztrends. Wenn sie nicht gerade schreibt oder recherchiert, genießt Sophie die vielfältigen kulturellen Angebote Stuttgarts und ist eine begeisterte Wanderin im Schwäbischen Wald.

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