Beteiligungsprojekt für Radfahrer: Wie sicher sind die Straßen Stuttgarts? Teilnehmen!

Die Straßen Stuttgarts sind eng – aus Sicht vieler Radfahrer oft zu eng. Wir wollen mit Hilfe des Kesselkastens herausfinden, wo es besonders gefährlich ist und suchen Freiwillige. Hier können Sie lesen, wie Sie teilnehmen können.

Stuttgart – Seit letztem Jahr haben Fahrer in städtischen Gebieten beim Überholen von Radfahrern eine Mindestentfernung von anderthalb Metern. Dass dieser Abstand oft nicht eingehalten wird, dokumentierte das Projekt “Radmesser” bereits 2018. Der Berliner Tagesspiegel schickt Radfahrer mit einem Entfernungsmesser auf die Straße. Das Projekt sorgte in der Radsport-Community für Aufsehen. Da die Zeitung auch Anweisungen zur Replikation der Sensoren im Internet veröffentlichte, haben seitdem eine Reihe von Gruppen die Idee und die dahinter stehende Technologie genutzt.

Seitdem wurden nicht nur die Messgeräte weiterentwickelt. Radfahren ist auch wegen der Koronapandemie im Trend. Auf den Straßen Stuttgarts wird es immer enger – wie eng wollen wir das in einem Projekt herausfinden. Wir benutzen dafür die “Kessselbox”. Dies ist ein Entfernungsmesser, den Studierende der Genossenschaft Baden-Württemberg im Rahmen eines auf dem Tagesspiegel-Sensor basierenden Studienprojekts entwickelt haben. Die ersten Ergebnisse im Herbst zeigten, dass auch in Stuttgart vielerorts zu eng überholt wird.

Wie man sich engagiert

Zu diesem Zeitpunkt wurden nur beispielhafte Daten gesammelt. Mit unserem Projekt wollen wir auf vielen weiteren Straßen in Stuttgart herausfinden, wo Radfahrer zu eng überholt werden. Wir suchen Freiwillige, die die Box für eine Woche auf ihre Fahrräder klemmen können. Es beginnt im Mai. Es reicht völlig aus, die üblichen Strecken zu fahren – sie sollten nur durch das Stuttgarter Stadtgebiet führen. Ultraschallsensoren ermitteln automatisch, wann und in welcher Entfernung ein Auto überholt. Die Daten können anschließend ausgelesen und ausgewertet werden – je mehr Personen fahren und je mehr Überholmanöver aufgezeichnet werden, desto besser ist der Datensatz.

Die Ergebnisse werden anonym ausgewertet und präsentiert. Die Teilnahme ist kostenlos: Wir schicken dem Freiwilligen die Kesselbox nach Hause; Senden Sie die Box nach einer Woche Datenerfassung in einem Prepaid-Paket an uns zurück. Wenn Sie teilnehmen möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail an radfahren@stzn.de – bitte geben Sie an, welche Routen Sie normalerweise zu welcher Zeit fahren.

Was wir mit den Daten vorhaben

Wir werden die Daten statistisch auswerten: Wie groß ist die durchschnittliche Überholstrecke der Radfahrer in Stuttgart? Dank der ebenfalls in den Kesselkasten eingebauten GPS-Sensoren können wir auch die Überholstrecken auf einzelnen Straßen lokalisieren und so eine Karte sicherer und weniger sicherer Straßen in Stuttgart zeichnen.

Dazu arbeiten wir mit einer zweiten Gruppe von Stuttgarter Radfahrern zusammen, dem „Open Bike Sensor“. Sie hat auch einen Sensor zur Entfernungsmessung bei Überholmanövern entwickelt, der technisch etwas anders funktioniert und in unserem Projekt nicht verwendet wird.

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Inspiriert von Stuttgarter Nachrichten

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