Bericht der Corona-Lenkungsgruppe vom 26. Januar 2022

Bericht der Corona-Lenkungsgruppe vom 26. Januar 2022

Der Lenkungskreis „SARS-CoV-2 (Coronavirus)“ hat sich in seiner Sitzung am 26. Januar 2022 mit der aktuellen Pandemielage befasst. Themen des Treffens waren außerdem ein Statusbericht des Innenministeriums zur Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur, ein Bericht des Gesundheitsministeriums zur Online-Veranstaltung zum Thema Impfpflicht und Impfregister in der Berliner Landesvertretung sowie der Ausstieg des Bundesstaates aus der Luca-App.

Aktuelle Pandemiesituation

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg steigt weiter an. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 969,3 (Stand: 26. Januar 2022) und hat sich seit Dezember 2021 vervierfacht. Innerhalb einer Woche stieg die Positivrate bei den PCR-Tests von 30 auf 40 Prozent. Das Landesgesundheitsamt schätzt den Omikron-Anteil in Baden-Württemberg auf rund 90 Prozent. Gerade mit Blick auf Kinder und Jugendliche steigen die Infektionszahlen rasant an. Der Anteil aller Ansteckungsfälle der vergangenen sieben Tage in der Gruppe der 0- bis 19-Jährigen beträgt aktuell 35 Prozent (der Anteil der über 60-Jährigen liegt bei 7 Prozent).

Einem insgesamt milderen Verlauf der aktuellen Virusvariante steht das Risiko der sehr hohen Infektionszahlen gegenüber. Einerseits ist eine teilweise Entkopplung des Infektionsgeschehens von schweren Verläufen und Todesfällen zu beobachten. Andererseits ist die Lebensfähigkeit des Gesundheitssystems weiterhin gefährdet: Einerseits, weil die hohe Zahl an Neuinfektionen den insgesamt milderen Verlauf von Omikron überkompensieren kann. Andererseits könnte eine hohe Zahl an Neuinfektionen auch zu vielen Ausfällen im Gesundheitspersonal führen.

das Die Corona-Verordnung wird vor dem Hintergrund der Entscheidungen der Ministerpräsidentenkonferenz und der Entscheidungen des Verwaltungsgerichtshofs an das Omicron-Virus angepasst. Die neue Corona-Verordnung wird am Donnerstag, 27.01.2022 beschlossen und verkündet und tritt am Freitag, 28.01.2022 in Kraft.

Wartung der kritischen Infrastruktur

Das Bundesministerium des Innern berichtete in der Lenkungskreissitzung Instandhaltung Kritischer Infrastruktur (KRITIS). Die hohen Inzidenzen in allen Erwerbszweigen führten dazu, dass Beschäftigte erkrankten oder sich in Quarantäne befanden. Dies gilt auch für die KRITIS Unternehmen und Institutionen, auf die die Landesregierung natürlich einen besonderen Fokus legt. Bisher sind keine besorgniserregenden Personalengpässe zu verzeichnen. Hier zahlt sich der konsequente Pandemieschutz seit Beginn der Pandemie aus: In diesen Bereichen sind Infektionsprävention und Pandemieschutz mittlerweile selbstverständlich. In dem Arbeitskreis aller Ministerien, der Regierungspräsidien und der kommunalen Landesverbände, der der KRITIS-Koordinierungsstelle beim Innenministerium angegliedert ist, würden notwendige Maßnahmen abgestimmt und eine ständige Beobachtung der KRITIS-Lage sichergestellt. Die einzelnen Ministerien wiederum pflegten den Kontakt zur Wirtschaft und insbesondere zu den Energieversorgern.

Debatte über Impfpflicht und Impfregister in der Landesvertretung in Berlin

Am Montag, den 24.01.2022 fand in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin eine digitale Veranstaltung des Staatsministeriums und des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration zum Thema Impfpflicht/Impfregister statt. Über 130 Gäste aus Bundestagsfraktionen, Bundes- und Landesministerien sowie weitere Experten aus den Bereichen Gesundheit, Recht und Datenschutz nahmen teil. Der Leiter des Ministeriums für Soziales und Gesundheit, Professor Uwe Lahl, berichtete der Steuerungsgruppe über die Veranstaltung.

Die Kernfrage der Veranstaltung lautete: Wie könnten die Eckpunkte für die Umsetzung des allgemeinen Impfens und die Einführung eines Impfregisters aussehen? Die drei Impulsvorträge zum Thema Impfregister umfassten:

  • Was wären die Ziele und Vorteile eines Impfregisters? (Stefan Brockmann vom Landesgesundheitsamt)
  • Welche technischen Umsetzungsmöglichkeiten sind denkbar? (Stefan Krebs, Beauftragter der Landesregierung für Informationstechnik)
  • Welche datenschutzrechtlichen Aspekte sind bei der Einführung eines Impfregisters zu beachten? (Landesdatenschutzbeauftragter Dr. Stefan Brink)

Aus der Veranstaltung wurden wertvolle Erkenntnisse und Aspekte mitgenommen, die in die weitere Diskussion in Bund und Ländern einfließen sollten. Baden-Württemberg setzt sich nicht nur für allgemeine Impfpflichten, sondern auch für ein Impfregister ein. Der Sachverständigenrat der Bundesregierung hat dies bereits in seinem Digitalisierungspapier gefordert.

Baden-Württemberg hat gemeinsam mit Hessen einen entsprechenden Vermerk in das Protokoll der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz mit folgendem Wortlaut eingebracht:

  1. Baden-Württemberg und Hessen fordern die Bundesregierung auf, kurzfristig die Einrichtung eines zentralen Impfregisters zu prüfen, um die laufende Impfkampagne in Deutschland zu unterstützen. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, um künftigen Infektionswellen besser entgegenwirken zu können.
  2. Gleichzeitig wäre ein Impfregister ein wichtiger Baustein der Verwaltungsmodernisierung und durch die Möglichkeit der Verknüpfung mit digitalen Patientenakten ein zentraler Baustein für die Digitalisierung des Gesundheitswesens.
  3. Kurzfristig soll ein „digitaler Impfpass“ mit freiwilliger Registrierung aller Impfungen bereitgestellt werden. Rechtliche Möglichkeiten, dies im Pandemiefall verpflichtend zu machen, sind zu prüfen.

Widerruf des Landes aus der luca-App

Darüber informierte auch das Sozialministerium die Steuerungsgruppe der landesausstieg aus der luca app und die anderen Fragen, die im Zusammenhang mit dieser Entscheidung diskutiert werden müssen. Die Landesregierung berät, ob und in welcher Form die individuelle Kontaktpersonennachverfolgung an die jeweilige Pandemiesituation angepasst werden kann und welche Instrumente dafür geeignet sind. luca bleibt bis zum Vertragsende Ende März nutzbar.

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