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BEEFI-Studie: Bienen verlieren Orientierung durch Mobilfunkstrahlung – Umweltministerin in der Verantwortung

Anlässlich des Weltbienentags am 20. Mai verweist die Umwelt- und Verbraucherorganisation diagnose:funk auf zwei aktuelle wissenschaftliche Studien, die die Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung auf Bienen und andere Insekten untersuchen. Die BEEFI-Studie ist die größte Übersichtsstudie zu Insekten und elektromagnetischen Feldern (EMF) und kommt zu dem Ergebnis, dass nicht-thermische biologische Wirkungen von EMF auf Insekten im Labor eindeutig nachgewiesen sind. Eine Freilandstudie der Universität Hohenheim zeigt, dass Bienen aus mobilfunkbestrahlten Bienenstöcken die Orientierung verlieren und nicht mehr in ihren Bienenstock zurückfinden. diagnose:funk fordert die Bundesumweltministerin Steffi Lemke auf, die Studienergebnisse zum Anlass zu nehmen und Maßnahmen zum Schutz von Insekten zu ergreifen.

In den Studien werden verschiedene negative Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung auf Bienen dokumentiert, darunter gestörte Orientierung, verminderte Fruchtbarkeit, veränderter Stoffwechsel, oxidativer Zellstress, erhöhte Mutationsrate und DNA-Schäden, sowie gestörtes Gedächtnis. Die Uni Hohenheim konnte in der Freilandstudie nachweisen, dass die Orientierung von Bienen gestört ist, wenn die Bienenstöcke 7 Wochen lang mit einer Strahlungsintensität von 3.500 µW/m² bestrahlt wurden. Die BEEFI-Studie zeigt Beeinträchtigungen bei einer Strahlungsintensität von 10.000 µW/m² auf. Der gesetzliche Grenzwert in Deutschland liegt bei 10.000.000 µW/m².

Die Umwelt- und Verbraucherorganisation fordert die Beschränkung der Mobilfunkstrahlung auf maximal 100 µW/m² sowie den Stopp des Baus neuer Mobilfunksendemasten in Naturschutzgebieten. Des Weiteren sollen die Wechselwirkungen zwischen elektromagnetischen Feldern und anderen Umweltschadstoffen untersucht und weitere Feldstudien finanziert und durchgeführt werden. Damit sollen die Auswirkungen der derzeitigen Infrastruktur auf Insektenpopulationen untersucht werden.

Der Weltbienentag wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 2018 ausgerufen, um auf den Rückgang der weltweiten Bienenpopulation aufmerksam zu machen und den Schutz der Bienen zu betonen. diagnose:funk möchte die Studienergebnisse nutzen, um die Politik zu sensibilisieren und Maßnahmen zum Schutz von Insekten zu fordern.

Siehe auch  Intelligente Digitalisierung der Landwirtschaft: Forschung für eine nachhaltige Zukunft

Tabelle:

Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung auf Bienen
– Gestörte Orientierung
– Verminderte Fruchtbarkeit
– Veränderter Stoffwechsel
– Oxidativer Zellstress
– Erhöhte Mutationsrate und DNA-Schäden
– Gestörtes Gedächtnis

Es ist wichtig zu betonen, dass die vorliegenden Studien aufzeigen, dass Mobilfunkstrahlung negative Auswirkungen auf Bienen und andere Insekten haben kann. Weitere Untersuchungen und wissenschaftliche Diskussionen sind erforderlich, um die genauen Zusammenhänge und Auswirkungen besser zu verstehen.

Quelle: diagnose:funk

Kontakt für Rückfragen:
– Jörn Gutbier, erster Vorsitzender von diagnose:funk, Tel. 0711-250869-1
– Peter Hensinger, zweiter Vorsitzender von diagnose:funk, Fachbereich Wissenschaft, Tel. 0711-250869-2
– Matthias von Herrmann, Pressereferent, Tel. 0711-250869-4 oder 0174-7497868

diagnose:funk ist eine unabhängige Umwelt- und Verbraucherorganisation, die sich seit 2009 für den Schutz vor elektromagnetischen Feldern einsetzt und über die schädigenden Wirkungen von Mobilfunk- und WLAN-Strahlung aufklärt.



Quelle: diagnose:funk / ots

Sophie Müller

Sophie Müller ist eine gebürtige Stuttgarterin und erfahrene Journalistin mit Schwerpunkt Wirtschaft. Sie absolvierte ihr Studium der Journalistik und Betriebswirtschaft an der Universität Stuttgart und hat seitdem für mehrere renommierte Medienhäuser gearbeitet. Sophie ist Mitglied in der Deutschen Fachjournalisten-Assoziation und wurde für ihre eingehende Recherche und klare Sprache mehrmals ausgezeichnet. Ihre Artikel decken ein breites Spektrum an Themen ab, von der lokalen Wirtschaftsentwicklung bis hin zu globalen Finanztrends. Wenn sie nicht gerade schreibt oder recherchiert, genießt Sophie die vielfältigen kulturellen Angebote Stuttgarts und ist eine begeisterte Wanderin im Schwäbischen Wald.

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