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Auch ohne Sieg: Die VfB-Mutmacher unter Bruno Labbadia

Der VfB Stuttgart hat in den ersten beiden Spielen unter Trainer Labbadia eine starke körperliche Leistung gezeigt und die Köpfe nicht nach Rückschlägen hängen lassen. Kapitän Wataru Endo und Stürmer Serhou Guirassy sind die Lebensversicherungen des Teams. Trotzdem wartet der VfB immer noch auf den ersten Auswärtssieg nach 410 Tagen. Jetzt gilt es, Mut zu schöpfen und sich auf die nächsten schweren Spiele vorzubereiten.

VfB-Pessimisten würden jetzt sagen: das alte Lied, die alte Melodie, die altbekannten Probleme. Wieder mal! Wie in Bremen oder beim VfL Wolfsburg späte Tore, die wichtige Punkte kosten. Der VfB habe nichts gelernt.

410 Tage ohne Auswärtssieg

Und ja: 18 Gastspiele, oder drastischer gesagt, 410 (!) Tage warten die Stuttgarter schon quälend lange auf einen Bundesliga-Auswärtssieg. Wieder eine Führung, die sich keine Zeit genommen hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Trainer Labbadia oder Matarazzo heißt – der ein oder andere VfB-Fan könnte denken, dass es nicht vorangeht. Und doch gibt es nach dem Last-Minute-Schock in Hoffenheim (2:2) samt kuriosem Ahamada-Platzverweis ein paar Erkenntnisse, aus denen der VfB Stuttgart Mut für die kommenden Spiele schöpfen sollte.

Fitness und Kampf scheinen zu stimmen

Ein Blick auf die nackten Zahlen zeigt: Labbadias Fokus auf Fitness- und Laufwerte spiegelt sich bisher nicht wirklich darin wider. Gegen Mainz lief der VfB sechs Kilometer weniger, in Hoffenheim spulten die Schwaben fünf Kilometer weniger ab als der Gegner. Und doch trübt die nackte Statistik zumindest den subjektiven Eindruck. Es zeigt eine Mannschaft, die unter Labbadia in beiden Spielen bis zum Schluss Gas gegeben hat. War es gegen Mainz die große Chance von Josha Vagnoman, so war es wohl eine Unterzahl und ein Geniestreich in Hoffenheim, der Stuttgart den Sieg raubte.

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Und doch: Waldemar Anton spulte 36 Sprints auf seiner rechten Seite ab – Bestwert auf dem Platz. Zudem überzeugte Dinos Mavropanos trotz blutender Wunde am Kopf als Turban-Turbo mit schnellen Läufen, unermüdlichem Einsatz und einer Zweikampfquote von 70 Prozent. Auch körperlich hatte der VfB in den ersten beiden Spielen unter Labbadia einiges zu bieten. Die Schwaben gewannen 55 Prozent der Duelle gegen Mainz und 56 Prozent gegen Hoffenheim.

Endo und Guirassy als Lebensversicherung

Ohne Zweifel zeigte Kapitän Wataru Endo gegen Ende der Partie in Hoffenheim noch einmal ein starkes Spiel mit etwas Unkonzentriertheit. Der unermüdliche Antreiber des VfB-Spiels gewann fast 80 Prozent seiner Zweikämpfe, erzielte die 2:1-Führung gegen Hoffenheim und bereitete bei seinem Sturz gegen den Mainzer Serhou Guirassy den Ausgleich vor. Endo ist trotz Mammutprogramm inklusive WM in Topform, er ist nach wie vor Herz und Lebensversicherung für das VfB-Spiel.

Die zweite Lebensversicherung heißt Serhou Guirassy. Der Guineer, der in letzter Minute in der Sommer-Transferperiode von Ex-Sportdirektor Sven Mislintat verpflichtet wurde, brauchte keine Anlaufzeit und hat nun sechs Tore erzielt. Guirassy hat in vier der letzten sechs Bundesliga-Spiele getroffen und überzeugt mit Nerven aus Stahl: Gegen Mainz jagte er den Ball elegant mit dem Außenrist ins Netz, gegen Hoffenheim warf er den Ball kompromisslos unters Tordach.

Die Einwechslung von Stürmer Juan Perea (endlich) macht Lust auf mehr. Trotz einiger Fehlentscheidungen, darunter ein haarsträubender Fehlpass, hielt der Kolumbianer die Hoffenheimer Abwehr auf Trab und empfahl sich für die Jokerrolle.

Moral und Wille: Köpfe bleiben oben

Was auch in den beiden Spielen unter Labbadia als VfB-Trainer auffällt: Die Stuttgarter lassen sich von Rückschlägen nicht schocken. Die Köpfe bleiben oben. Nach dem prompten Rückschlag gegen Mainz nach schnell verspielter Führung spielten die Schwaben in der zweiten Halbzeit auf Sieg und waren die klar aktivere Mannschaft. Auch gegen Hoffenheim machten die Schwaben Druck, ließen der TSG so wenig Luft zum Atmen. Die VfB-Spieler verwandelten ein 0:1 in ein 2:1, inklusive sehenswerter Angriffe, der Wille und der Wille, das Spiel zu gewinnen, war deutlich zu erkennen. Nur das Ergebnis ließ – wie so oft in der Vergangenheit – zu wünschen übrig.

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Die Crux: Die Gegner werden nicht leichter, die Spiele nicht weniger wichtig. Stuttgart hat nach der Hinrunde einen Punkt Rückstand auf die Vorsaison. Auf eine Reise zu den formstarken Leipzigern folgt am Freitag die Pflichtaufgabe zu Hause in der Bundesliga auf Bremen, dann heißen die Gegner Freiburg (A), Köln (H) und Schalke (A). Derweil könnte der VfB am kommenden Dienstag das Viertelfinale des DFB-Pokals in Paderborn erreichen und neues Selbstvertrauen schöpfen. Denn das ist zweifellos nötig – positive Ansätze hin oder her.

Quelle: SWR – Auch ohne Sieg: Die VfB-Mutmacher unter Bruno Labbadia

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