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Anzahl der Rettungshubschrauber in BW wird erhöht

Für die beste Versorgung im Notfall hat das Innenministerium Baden-Württemberg die Stationierung der Rettungshubschrauber auf den Prüfstand gestellt. Damit soll auf die sinkende Zahl der Kliniken reagiert werden. Nun hat das Ministerium seine Entscheidungen veröffentlicht. Laut Empfehlung des Gutachtens sollen zwei Standorte umgebaut werden: in Lahr (Landkreis Ortenau) und im Raum Ravenstein (Neckar-Odenwald-Kreis). Damit erhöht sich die Zahl der Luftrettungsstandorte im Land auf insgesamt zehn.

Zwei Rettungshubschrauber rücken aus

Der Rettungshubschrauber „Christoph 41“ verlegt von Leonberg (Kreis Böblingen) zum Berufsgenossenschaftlichen Klinikum Tübingen. „Christoph 45“ wird von Friedrichshafen nach Deggenhausertal-Wittenhofen (Kreis Bodensee) verlegt. Der Rettungshubschrauber „Christoph 43“, der vorübergehend am Baden-Airpark stationiert war, kehrt in das St. Vincentius-Krankenhaus in Karlsruhe zurück.

Die Standorte Mannheim und Freiburg bleiben unverändert. In Pattonville bei Stuttgart soll die Einsatzbereitschaft wie bereits in Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) auf 24 Stunden ausgeweitet werden. In Ulm gibt es eine Verlängerung der Randzeiten.

„Notfallpatienten an zahlreichen Orten, die tagsüber nicht innerhalb von 20 Minuten mit einem Rettungshubschrauber erreichbar sind, werden von den künftigen Luftrettungsstandorten in Lahr, im Raum Ravenstein, Tübingen und im Deggenhausertal besonders profitieren. Die Menschen dort sind derzeit nämlich unterversorgt was wir ändern wollen.“

Baden-Württembergs Staatssekretär Wilfried Klenk (CDU)

Mit der Umstrukturierung und Verlängerung der Einsatzzeiten soll es möglich sein, Verletzte per Helikopter tagsüber innerhalb von 20 Minuten und nachts in maximal 30 Minuten zu erreichen. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass bei Diagnosen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zwischen Notruf und Krankenhauseinweisung nicht mehr als eine Stunde vergeht. Die Empfehlungen wurden von Wissenschaftlern des Instituts für Notfallmedizin und Medizinisches Management der Ludwig-Maximilians-Universität München entwickelt.

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Umzug trifft auf Gegenwind

Die Verlegung der Standorte sorgt für Widerspruch. Entweder, weil die Menschen in der Umgebung keinen neuen Helikopter mit Rotorlärm in ihrer Nähe haben wollen, oder weil sie im Ernstfall eine schlechtere Versorgung befürchten. In Wannweil ​​(Kreis Reutlingen) gipfelte die Debatte schließlich in einer Volksabstimmung. Nachdem der Gemeinderat die Stationierung eines Helikopters zunächst abgelehnt hatte, stimmte Anfang November eine absolute Mehrheit für den Helikopter.

An den bisherigen Hubschrauberstandorten in Leonberg und Friedrichshafen hingegen bestimmt die Angst vor einer schlechteren Versorgung die Stimmung. Aus Sicht des Ministeriums zeige der Widerstand gegen Standortverlagerungen, dass „die Komplexität der bestehenden Struktur und Bedarfsanalyse der Luftrettung in Baden-Württemberg falsch eingeschätzt wird“. Dabei gehe es laut einer Sprecherin nicht darum, einzelne „Versorgungslücken“ zu Lasten der Bewohner anderer Regionen zu schließen, sondern um eine bessere Versorgung aller Menschen im Land.

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